Am 14. November heißt es im Burghof: Bühne frei für Super ABBA. Die Tribute-Show entführt das Publikum in die glitzernde Welt der 1970er- und 1980er-Jahre, als vier Schweden mit ihren Songs Millionen Menschen begeisterten und Musikgeschichte schrieben.
Stockholm, 18. Juni 1976 im Königlichen Opernhaus: Der schwedische König Carl Gustaf feiert seine Hochzeit mit Silvia Sommerlath, als vier Menschen die Bühne betretend und in wenigen Minuten die Popwelt für immer verändern. Die Musik beginnt: „Dancing Queen“. Zum ersten Mal überhaupt performen ABBA ihren Song auf der Bühne – vor dem zukünftigen Königspaar und einem Millionenpublikum an den Fernsehschirmen. Schon in den ersten Takten entsteht ein unvergleichlicher Schimmer. Die Stimmen von Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad verschmelzen zu etwas Schwerelosem, fast Überirdischem. Hinter ihnen lächeln Björn Ulvaeus und Benny Andersson als ahnen sie bereits, dass sie gerade dabei sind, Geschichte zu schreiben.
Einen Moment lang ist es so, als tanze ganz Schweden, als tanze die ganze Welt. Der Song ist pure Euphorie, aber in seiner Leichtigkeit schwingt auch Wehmut und das Bewusstsein, dass nichts ewig dauert, nicht einmal dieser Augenblick. Als die letzten Töne verklingen, brandet Applaus auf. ABBA sind auf ihrem Zenit…
Der Moment, als alles begann
Drei Jahre zuvor nimmt die Erfolgsgeschichte auf einer Bühne in Brighton Fahrt auf. Björn Ulvaeus, Benny Andersson, Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad gewinnen den Eurovision Song Contest 1974 mit einem Song, der bald ebenso bekannt ist wie die Band selbst: „Waterloo“. ABBA schaffen sich ihre Nische. Während auf der einen Seite der Glam-Rock glitzert und auf der anderen Seite der Punk schon an die Tür klopfte, finden sie ihre eigene Sprache. Ihre Musik ist ein Spiegel der 1970er-Jahre: optimistisch, aber mit einem Unterton von Wehmut. Sie verbinden die Kühle Skandinaviens mit mediterraner Leichtigkeit – eine Mischung, die sich in Songs wie „Mamma Mia“, „SOS“ oder „Fernando“ entfaltet…
Vier Menschen, zwei Paare, eine Weltkarriere
Dass ABBA aus zwei Liebespaaren besteht, ist Fluch und Segen zugleich. Was in „Waterloo“ noch wie jugendliche Euphorie klingt, bekommt später in „The Winner Takes It All“ eine bittere Note. Der private Bruch zwischen Agnetha und Björn, die Distanz zwischen Frida und Benny wird Teil der Musik. Und aus dieser Ehrlichkeit ziehen ABBA ihren künstlerischen Stellenwert. Hierin liegt die Fähigkeit, Kitsch in Kunst zu verwandeln, Herzschmerz in Schönheit. Wenn in „Dancing Queen“ die Sehnsucht nach einem einzigen glücklichen Moment mitschwingt, dann deshalb, weil diese Band weiß, wie vergänglich Glück ist…
Von der Bühne zur Unsterblichkeit
Und tatsächlich scheint das Märchen nach 1982 zu enden. Was aber bleibt, ist die Musik, in Musicals, Filmen und Tribute-Shows. ABBA sind unsterblich.
Ihr Sound überlebte Disko, Grunge und Techno. Jede Generation entdeckt ihn aufs Neue. Wenn also am 14. November im Burghof Super-ABBA auf der Bühne stehen, dann auch der der Glanz und die Wärme, die sich durch jede Harmonie von ABBA zieht.